Dein Fokus verändert alles

Noch vor drei Jahren stellte ich täglich fest, was mich unglücklich macht. Ich wusste nicht, was mir wichtig ist und was ich wollte. Und ich ärgerte mich nicht nur darüber, das ich es nicht wusste, sondern auch über die Tatsache, dass ich mich darüber ärgere. Ein Teufelskreis. Ein Fokus auf Negativität.

Ich werde oft gefragt, was ich denn nun in den letzten drei Jahren „gefunden“ habe, welche „Erkenntnis“ ich gewonnen habe, was nun meine Leidenschaft sei, nach der ich so brennend gesucht habe. Ich habe sie immer noch nicht gefunden. Aber ich ärgere mich nicht mehr darüber, dass ich sie (noch) nicht gefunden habe. Ein erster Schritt.

Ich bin entspannter geworden. Ein Motto, welches sich bei mir eingebrannt hat, lautet:

„Immer locker bleiben.“
Tijana

Auch wenn ich immer noch nicht die wahre einzige Leidenschaft gefunden habe, bin ich entspannt. Lieber entspannt ohne Leidenschaft als ohne Leidenschaft und dann auch noch verärgert darüber. Ich überlege mir stattdessen, worauf ich meinen Fokus richten kann. Ein Fokus auf Positives.

Während der letzten drei Jahre lebte ich sehr einfach und hatte dadurch immer genug Geld, um tun und lassen zu können, was ich wollte. Auch wenn ich nun andere Dinge tun möchte, will ich diesen Zustand gerne beibehalten. Diese Freiheit leben. Nicht, um teure Dinge zu kaufen und einen gehobenen Lifestyle zu führen. Sondern um frei zu sein. Um reisen zu können, wann und wohin ich will. Um morgens aufzustehen und abends ins Bett zu gehen, wann ich will. Um zu arbeiten wann, wo und vor allem woran ich will. Nicht weil ich es muss. Sondern weil ich es kann und möchte.

Mein Fokus hat sich verändert. Von „Was ist meine Leidenschaft?“ zu

„Was kann ich heute tun, um mein Leben zu verbessern?“

Ich möchte einfach ein Grundrauschen an Glück empfinden. Das kann täglich durch die verschiedensten Dinge hervorgerufen werden. Durch Meditation, gutes Essen, intensive Freundschaften, Yoga, Entspannung, Reisen, harte Arbeit, Stolz, etwas kreiert zu haben, Sport, Lesen, Schreiben und vieles mehr. Dazu ist natürlich ein Mindestmaß an materieller Absicherung nötig.

Mein Fokus ist also im Moment auf zwei Dinge gerichtet:

Erstens, dieses Grundrauschen an Glück durch tägliche kleine Gewohnheiten beizubehalten. Morgens eine kleine Meditation, ein paar Liegestütze oder ein Waldlauf zwischendurch, eine leckere und selbstgekochte Mahlzeit, ein Bier mit Freunden, das gute Buch am Abend oder diesen Blogpost zu schreiben. Nicht alles auf einmal und nicht jeden Tag. Aber täglich ein bisschen.

Zweitens brauche ich auch eine Aufgabe, etwas das mich antreibt und mich motiviert, morgens aufzustehen, mir einen Inhalt gibt. Früher dachte ich, das muss meine Leidenschaft sein. Vielleicht wird es das noch. Momentan ist es aber einfach der Wunsch, mir ein Einkommen aufzubauen, welches mir weiterhin die gleiche Freiheit ermöglicht, die ich während meiner Reisen genoss. Aber nicht durch einen 9-5 Bürojob. Sondern durch meine eigenen Projekte. Dafür stehe ich gerne morgens auf. Und arbeite abends mit Freude auch noch etwas länger daran. Nicht weil ich es muss sondern weil ich es möchte, weil es Spaß macht, weil es mein eigenes Ding ist und weil es mich stolz macht. Und vor allem weil es mich beFREIt.

Täglich sprudeln die Ideen nur so aus mir heraus. Manchmal weiß ich gar nicht, woran ich als erstes arbeiten soll. Warum das so ist, darüber schreibe ich in einem weiteren Artikel.

Um die Kurve zum Titel zu kriegen: mein Fokus liegt nun nicht mehr auf dem Fehlen einer Leidenschaft sondern auf dem Kreieren derselben. Wenn ich nichts habe, woran ich mich klammern kann, muss ich es erschaffen. Und ich will glücklich sein, jeden Tag. Und mich verbessern, jeden Tag. Wie ich das mache, mehr dazu in folgenden Artikeln.

Worauf legst du deinen Fokus? Lässt du dich im Alltag einfach treiben oder achtest du bewusst darauf, woran und wie du denkst? Hast du deinen Fokus schon mal bewusst verändert? Welche Erfahrungen hast du damit gemacht? Ich freue mich auf ein paar Kommentare dazu!

Photo via VisualHunt

3 Kommentare

  1. Hi Christoph,

    als ich deinen Text gelesen habe, kam mir sofort folgendes Zitat in den Sinn „What you see depends mainly on what you look for“ Wir entscheiden also was wir sehen wollen, worauf wir und fokusieren möchten und diese Freiheit zu besitzen ist ziemlich genial. Das klingt hingegen auch schon wieder ein wenig einfacher als es ist, denn unser Fokus oder das wonach wir ausschau halten verschiebt sich schon mal gerne zum Negativen, wenn wir nicht aufpassen. Deshalb versuche ich mich regelmäßig zu fragen, ob mein Fokus noch da ist, wo ich ihn haben möchte und falls nicht rücke ich ihn wieder zurecht.
    Viele Grüße
    Claudia

    • Christoph

      Hi Claudia,

      dann bist du schon weiter als die meisten von uns! Dir fällt zumindest auf, dass dein Fokus nicht da ist, wo du ihn haben willst und du bist proaktiv und änderst ihn. Und genau hier sehe ich die wahre Freiheit: nicht, die Möglichkeit zu haben, den eigenen Fokus selber zu wählen (denn das können wir alle), sondern in der Lage zu sein, ihn bewusst zu ändern. Dazu gehört eben, überhaupt erstmal wahrzunehmen, wo er gerade ist und ob einem das nützlich ist.
      Worauf ist denn dein Fokus gerade gerichtet? 🙂

      Beste Grüße
      Christoph

  2. Pingback: Ein irrtümlicher Neuanfang | Planet Freiheit

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