Wie definierst du Freiheit für dich ganz persönlich?

Einige grundlegende Ideen zum Begriff Freiheit habe ich bereits unter „Über“ dargelegt. Hier möchte ich es noch detaillierter ausführen.

Ich finde es sehr wichtig, diese Frage für sich selbst grundlegend zu beantworten. Daraus leitet sich für mich eine ganz eigene Lebensphilosophie ab. Vielleicht bemerkst du dadurch, dass dein Leben, so wie es jetzt verläuft, gar nicht deiner Definition von Freiheit entspricht. Vielleicht fallen dir Dinge auf, die du ändern möchtest? Und da sind wir schon bei einem zentralen Thema meiner Definition von Freiheit: Möglichkeiten.

Die Wahl zu haben zwischen mehreren Optionen bestimmt in vielen Lebensbereichen mein Freiheitsgefühl. Deshalb möchte ich gerne finanziell unabhängig sein. Nur dann kann ich wählen, ob mir eine bestimmte Arbeit oder ein Projekt Spaß macht. Ich muss es nicht angehen, nur weil ich ansonsten meine Miete nicht bezahlen kann. Ich kann wählen, ob es mir Spaß macht und ob es sich wirtschaftlich lohnt. Das geht nur, wenn ich finanziell frei bin.

„Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern, dass er nicht tun muss, was er nicht will.“
Jean-Jacques Rousseau

Ich kann im Restaurant und im Supermarkt wählen, was ich gerne essen möchte und schaue dabei lediglich auf Art und Qualität und nicht auf den Preis. Freiheit fängt bei den kleinen Dingen an. Wenn du dir lieber die Bio-Eier kaufen willst, dir den teilweise doppelten Preis im Vergleich zu den Käfig-Eiern aber nicht leisten kannst, schränkt dich das ein. Vielleicht sind dir die Eier aber auch egal und dir geht es um gute Weine, hochwertige Kleidung, nützliche Technik oder aufregende Reisen und Erlebnisse. Ich meine nicht, dass wir das alles brauchen und am besten sofort losziehen und kaufen sollten, sobald etwas mehr Geld zur Verfügung steht. Aber die Tatsache, dass du dir das alles leisten könntest, macht unglaublich frei. Getoppt werden kann dieses Gefühl für mich nur noch durch die Gewissheit, mir all diese Dinge leisten zu können, mir aber trotzdem nichts davon zu kaufen und mit den wenigen Dingen zufrieden zu sein, die ich bereits in meinem Leben habe.

Möglichkeiten ergeben sich auch durch weniger Verpflichtungen. In je mehr Projekten ich eingebunden bin und je mehr Veranstaltungen und Treffen mit Freunden und Familie ich zugesagt habe, desto weniger kann ich spontan entscheiden, was ich mit einem Tag anfangen will. Natürlich ist es sinnvoll, sich für bestimmte Sachen zu verabreden, allerdings lasse ich mir immer viel Raum, um mehr Möglichkeiten zu haben.

Ein Thema, bei dem ich mich jetzt sehr weit aus dem Fenster lehne, ist Kinder. Sie sind toll! Ich bin zweifacher Onkel, Patenonkel und viele meine Freunde haben Kinder. Und so schön, wie die Zeit mit Kindern auch sein kann, so anstrengend ist sie auch. Meine Möglichkeiten wären als Vater im Vergleich zu meiner jetzigen Situation als kinderloser Single massiv eingeschränkt. Nun will ich hier nicht für ein Leben ohne Kinder plädieren, aber ich stelle fest, dass ich (zumindest im Moment) gerne den Preis des kinderlosen Daseins bezahle, um im Gegenzug maximale Freiheit in meiner Lebensgestaltung zu haben. Die Gegenbeispiele von unzufriedenen und in der Freizeitgestaltung eingeschränkten jungen Eltern sehe ich täglich in meinem Umfeld.

Ich möchte Möglichkeiten der Meinungsbildung genießen, um mich frei zu fühlen. Wie festgefahren ist der durchschnittliche Deutsche in seiner Meinung über so viele Dinge, wenn er hauptsächlich BILD-Zeitung und Tagesschau konsumiert und ansonsten nie über den Tellerrand hinausschaut. Ich habe die Freiheit, erstens zu entscheiden, über was ich mir eine Meinung bilde und zweitens, wo ich mir die Informationen dazu hole. Vielleicht will ich überhaupt nichts über die aktuelle Niedrigszinsphase wissen. Dafür will ich eventuell viel umfassender über die Kriege in Ländern der Dritten Welt informiert sein. Ich habe die freie Wahl, mich gezielt mit diesen Informationen zu versorgen und nehme nicht, was mir die Massenmedien bieten. Ich habe die Freiheit, manches auszublenden und manch anderes intensiver zu betrachten.

Ich könnte das Thema „mehr Möglichkeiten“ noch mit vielen weiteren Beispielen füllen, mache aber an dieser Stelle Schluss, denn ich denke, mein Standpunkt dazu ist dir klar. Ansonsten kannst du Ergänzungen gerne noch in den Kommentaren am Ende dieses Beitrages hinterlassen.

Freiheit bedeutet für mich aber auch, gesund und fit zu sein. Manch einer mag sagen, dass ihn Sport und gesunde Ernährung einschränken würden, wenn er nicht immer alles essen dürfe, worauf er Lust hat oder wenn er sich regelmäßig zum Sport „aufraffen“ müsste. Mit einem gesunden und fitten Körper habe ich aber mehr Energie, mehr Bewegungsspielraum, weniger Erschöpfung (physisch und psychisch), weniger Krankheiten und einfach weniger Stress. Wenn ich morgens aufstehe und einen schlanken Körper ohne Zivilisationskrankheiten wie Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übergewicht oder Bluthochdruck habe, dann kann ich den Tag ganz anders angehen. Ich mache das, worauf ich Lust verspüre und habe auch noch Freude daran. Ich muss mich zu nichts zwingen, nur weil mein Körper sonst rebelliert. Ich genieße das Leben viel mehr.

Zur Freiheit gehören auch Wissen, Fähigkeiten und Kreativität. Je mehr ich weiß, je mehr ich kann und je kreativer ich bin und mit neuen Situationen umgehen kann, desto mehr Möglichkeiten habe ich und desto freier bin ich automatisch in all meinen Entscheidungen. Vielleicht bist du in deinem aktuellen Job unzufrieden und möchtest gerne den Arbeitgeber oder sogar die Branche wechseln? Vielleicht willst du dich auch selbständig machen? Je mehr du dir selber an Wissen und Fähigkeiten aneignest und je mehr du deine Kreativität förderst, um so freier wirst du sein.

Jeder Mensch hat andere Vorstellungen von Freiheit. Der eine fühlt sich vielleicht erst dann frei, wenn er eine Milliarde Euro auf dem Konto hat. Für den anderen reicht es hingegen schon aus, am Wochenende mal für ein paar Stunden in den Wald zu gehen und die Natur zu genießen. Es gibt so viele Nuancen. Ich würde gerne deine Ansicht dazu kennenlernen. Schreibe doch etwas dazu in den Kommentaren. Ich bin gespannt auf alternative Sichtweisen zu diesem Thema!

Wie du dein Leben sofort ein ein bisschen freier gestalten kannst, erfährst du in diesem Artikel.

7 Kommentare

  1. Danke für den interessanten Artikel.

    Ein Leben ganz ohne Grenzen kann es nicht geben. Vielleicht bedeutet Freiheit dann, seine Grenzen selbst wählen zu können.

    Ich bin selbständig, was für viele ein Synonym für „frei“ ist, aber auch hier tun sich viele Grenzen auf. Ich habe keinen bezahlten Urlaub und keine Rentenversicherung. Das nehme ich aber für meine Flexibilität und allgemeine Zufriedenheit gern in Kauf.

    Frei bin ich auch, wenn ich mich selbst zu nichts zwinge und mir keinen Druck mache. Wie das geht, lerne ich noch…

    • Christoph

      Danke für deinen Kommentar Caro!

      Beim Punkt „selbständig = frei“ bin ich voll bei dir. Für mich kommt auch nichts anderes in Frage. Manch Angestellter fühlt sich aber allein dadurch schon frei, sich nicht mit Finanzamt, Altersvorsorge, Kundenakquise und einem unregelmäßigen Gehalt beschäftigen zu müssen. Und das ist vollkommen in Ordnung. Jeder nach seiner Fasson 🙂

      Sich zu nichts zwingen, beinhaltet einen ganz wesentlichen Punkt für mich: Freiheit liegt zum Großteil im Inneren. Wir selbst kreieren unsere Freiheit mit. Sehr schön!

    • Was Du in Deinem letzten Satz erwähnst, erlebe ich in meiner eigenen Selbständigkeit auch sehr häufig. Wenn ich es irgendwann schaffe mir keinen Druck mehr zu machen, dann bin ich ein gewaltiges Stück weiter. An sich fühle ich mich sehr frei mit meinem selbstbestimmten Leben, es ist nur leider öfter unter einem grauen Schleier des hausgemachten Drucks.

      Ich nenne das im Übrigen das „Paradoxon der Selbständigkeit“ – um die gewünschten Freiheiten zu bewahren, gibt man sie (vorübergehend) wieder auf, in der Hoffnung sie irgendwann wiederzugewinnen.

  2. Pingback: Ein irrtümlicher Neuanfang | Planet Freiheit

  3. Ein Kommentar zu den Kindern: Irgendwann wird jeder in seinem Leben entscheiden müssen, so banal es klingen mag, ob er maximale Freiheit gegen maximale Liebe eintauschen möchte. Wer sich dem Geschenk eigener Kinder bewusst macht, kann auch die vielen Grenzen und Frustrationen hinnehmen, ohne sich dabei unfrei zu fühlen. Aber das ist natürlich leichter gesagt als auch verinnerlicht.

    • Christoph

      Hey Daniel,

      das ist ein sehr komplexes Thema und ja, es klingt banal. Lediglich die Optionen „maximale Freiheit“ und „maximale Liebe“ zu haben, halte ich für unwahrscheinlich. Die Frage, ob Kinder oder nicht, ist in meinen Augen viel komplexer und kann nicht so einfach beantwortet werden.

      Ich gebe dir aber Recht, das ich mich mit der Entscheidung für ein Kind nicht zwangsläufig komplett gegen die Freiheit entscheide.

      Beste Grüße
      Christoph

  4. Pingback: Dein Fokus verändert alles | Planet Freiheit

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